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Der Report: Die 1306. Folge Lindenstraße

Der Report: Die 1306

Der Report: Die 1306. Folge Lindenstrae

Post by (ugg boots sale) Dec 2010

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Die Lindenstrae wird 25 Jahre alt. Die Serie spielt in Mnchen, aber gedreht wird bekanntlich in Kln. - Foto: dapd

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Am 8.Dezember 1985 wurde die erste Folge gesendet. Eine bekannte Szene aus den Anfangsjahren: Mutter (Marie-Luise Marjan) und Vater Beimer (Joachim Hermann Luger) am... - Foto: dpa

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Unterm Weihnachtsbaum wurde die glckliche Familie gespielt. - Foto: dpa

Die Lindenstrae" ist Deutschlands dienstlteste Fernsehserie nun wird sie 25 Jahre alt. Unsere beiden Autoren schalten nicht nur jeden Sonntag ein, in der Jubilumsfolge an diesem Wochenende spielen sie sogar mit. Eine lange Nacht hinter den Kulissen.

Schlaflosigkeit, Launenhaftigkeit, Hochmut, das ist der Preis der Schauspielerei." (Vladimir Nabokov)

Esther: Ein Auftritt in der Lindenstrae"! Markus, ein Kollege aus der Medienredaktion, und ich wurden als Komparsen akzeptiert. Ich entkorke innerlich eine Flasche Sekt. Ein Traum geht in Erfllung. Doch in der Themenkonferenz des Ressorts Sonntag" nur allgemeines Ghnen. Ich erklre verzweifelt, dass Markus als Kritiker-Instanz dabei sein wird. Was ich verschweige: Aus Teekchengesprchen wei ich, dass er ein ebenso groer Fan der Serie ist wie ich.

Markus: 394 000 Stunden Lebenszeit. Circa 30 000 Minuten davon habe ich mit dem Schauen einer Serie verbracht, noch dazu einer deutschen, der Lindenstrae". Das wird in manchen Kreisen fr langweilig gehalten. Warum ich das mache? Vielleicht ist es auch, insgeheim, die Angst vorm Tod. Die Erzhlzeit dieser Serie ist mit der Lebenszeit der Zuschauer verzahnt. In der Lindenstrae" ist man neun Monate schwanger, ein Schuljahr ist ein Schuljahr, Weihnachten in der Lindenstrae ist immer auch Weihnachten. Und wenn die Lindenstrae" ewig weiterluft, so werde ich wohl immer dabei sein. Irgendwie. Jedenfalls sind die Adventsfeste von Hans und Helga Beimer (gespielt von Joachim Hermann Luger und Marie-Luise Marjan), die Liebeleien von Iffi Zenker oder das Akropolis", das griechische Restaurant von Vasily Sarikakis, Teil meiner Alltagswirklichkeit geworden. Obwohl ich mit Adventsfesten und Hausmusik nicht viel am Hut habe.

Manche der ber 1300 Folgen habe ich mir reingezogen wie einen Joint. Andererseits gab es auch in meinem Leben Phasen, in denen am frhen Sonntagabend glckliche und manchmal elendigere Dinge zu tun waren, als dem Glck und Elend einer deutschen Fernsehfamilie zuzuschauen. Sagen wir es so: Wahrscheinlich gibt es Sinnvolleres als Lindenstrae" zu gucken. Und ebenso Sinnloseres. Zum Beispiel Lindenstrae"-Komparse sein.

Esther: Das Telefonat mit dem Fotografen Alfred, der diesen langen Job spter als chinesische Tropfenfolter" bezeichnen wird, verluft vielversprechend. Er signalisiert Interesse, sich mit uns auf dem WDR-Produktionsgelnde in Kln-Bocklemnd die Nacht um die Ohren zu schlagen. Ich erklre ihm, dass mit mir ber die Lindenstrae" nicht zu spaen ist. Erst vor ein paar Monaten habe ich mir im Rausch die kompletten ersten beiden Jahre der Serie auf DVD angesehen. Es war ein Flashback in meine frhe Jugend: Ich hatte in meinem Kinderzimmer die gleichen getupften Eighties-Tapeten wie die leukmiekranke Meike Schildknecht.

Fr mich war die Lindenstrae" von Anfang an fester Bestandteil des Sonntags. Bei Oma Lisbeth auf dem Sofa wurde geguckt zusammen mit Tanten, Onkels, Cousinen und dem Cousin. Noch heute wrde niemand, der mich kennt, auf die Idee kommen, mich am Sonntagabend zur heiligen Sendezeit zwischen 18 Uhr 50 und 19 Uhr 20 anzurufen. Ein Ritual. Wenn kurz vorher Frank Elstner sich wieder von rechts ins Fernsehbild schiebt und die Gewinne der Fernsehlotterie verliest (Ein romantisches Wochenende im Hotel Dollenberg im Schwarzwald"), dann ist es jede Sekunde so weit. Am anderen Ende der Leitung ruspert sich Alfred. Er msse jetzt wirklich los, sei aber mit allem einverstanden.

Markus: Es ist Anfang September. Wir fahren nach Kln. Was im Fernsehen wie Mnchen aussehen soll, kommt in Wirklichkeit eben aus Kln-Bocklemnd. Hier wohnt Deutschlands Fernsehfamilie Nummer eins: die Beimers. Sonst ist auch alles da, wie vom Bildschirm bekannt: das Akropolis", die Haltestelle fr diesen heimeligen Bus, der immer durch den Abspann fhrt, das Kino Astor", der Delikatessenladen von Frau Scholz, das Caf Bayer, wo Gaby Zenker knusprige Brtchen verkauft, der Friseurladen von Tanja Schildknecht, und, natrlich, der Hauseingang, die Lindenstrae Nummer drei, wo die meisten Lindenstraler wohnen. Das ist aber alles Auenkulisse, links und rechts entlang einer gepflasterten Strae. Die einzelnen Innenrume sind nebenan in der Produktionshalle aufgebaut: Helga Beimers Kche zum Beispiel, in der die berhmten Weihnachtspltzchen gebacken werden. Seltsam, dass sich die Schauspielerin Marie-Luise Marjan dabei keine blauen Flecken holt, so eng ist es in der Kche, wenn da neben den Schauspielern noch Tonmann, Regisseur und Beleuchter herumstehen.

Esther: Ich bekomme es nicht hin. Mein betubter Verstand flstert: Das ist nicht echt. Doch mein Gefhl brllt: Es ist echt! Ich habe das schon tausend Mal im Fernsehen gesehen, durch raffinierte Schnitte miteinander verbunden. Es ist, wie wenn man aufwacht: Was ist Traum, was Realitt? Der Komparsenbetreuer Christos schaut mir zu, wie ich vorsichtig die Tr zum Akropolis" ffne. Illusion und Wirklichkeit. Hinter der Tr ist nichts als ein bisschen vernagelte Spanplatte und ein Plastikeimer. Banaler knnte es kaum sein. Verwirrt schaue ich mich um. Wo ist der Gastraum? Christos schttelt den Kopf. Ich meine, vor der Tr hngt sogar eine Speisekarte. Ist gar nicht billig im Akropolis". Griechischer Salat 12,90 Euro. Mnchner Preise. Christos fhrt uns in den hell erleuchteten Komparsenraum, wo nach und nach unsere Kolleginnen und Kollegen eintrudeln. Ein paar Komparsen lesen die Zeitschrift Glamour" und unterhalten sich ber Bauer sucht Frau". Markus und ich unterschreiben unsere Komparsenvertrge. Darin steht hauptschlich, dass wir vorab nichts ausplaudern drfen. Die anderen werden mit 50 Euro fr ihren Einsatz honoriert. Dann beginnt das lange Warten.

Markus: Was fr ein Aufwand. Vertrge und Instruktionen der Produktionsleitung: Komparsen drfen keine schwarze Kleidung tragen und Logos ins Bild halten. Schal und Mtze sind unbedingt mitzubringen. Es ist schlielich Winter im Fernsehen. Gedreht wird so eine Lindenstrae"-Folge immer drei Monate vorher, also diesmal im September. Am Set darf nicht fotografiert werden. (Einem Kollegen, der es mit seinem Handy versuchen wird, werden vor versammelter Mannschaft die Ohren lang gezogen. Autoritr geht es zu.) Die Kostmfachfrau begutachtet unsere Outfits. Zum Glck drfen Esther und ich genau so drehen, wie wir angereist sind: in Jeans und Jacke.

Esther: Warum blo habe ich drei verschiedene Paar Schuhe und ein Abendkleid mitgeschleppt? Ich will nicht mit meinem alten grnen Parka ins Fernsehen! Wo ist berhaupt die Maske? Komparsenbetreuer Christos lacht schallend. Keine Maske fr die Komparserie. Schade.

Markus: Noch gar nichts geleistet, und es gibt schon Essen. Lecker: Spinatlasagne und Fleischlasagne. Christos drngt uns den Nachschlag aus den dampfenden Silberschalen regelrecht auf. Zum Nachtisch gibt es Tiramisu. Dazu Cola und Fanta.

Esther: Wo essen eigentlich die Schauspieler? Ich schleiche mich aus dem Komparsenraum. Da sitzen sie, an einem Biertisch und die meisten tragen transparente Plastikltzchen ber den Kostmen. Mutter Beimer, h, Marie-Luise Marjan, kommt direkt auf mich zu! Was soll ich denn jetzt machen? Ich lchle nach Krften freundlich. Markus, zu Hilfe bitte!

Markus: Die Marjan ist auch hinter der Kamera ein extrem freundlicher Mensch. Geduldig und bester Laune beantwortet sie Esthers investigativ-kluge Fragen la: Wie viele Spiegeleier haben Sie gebraten in all diesen Jahren?" Dann gibt es einen erstaunlich krftigen Hndedruck, bevor die Marjan weiter muss. Ein Lindenstrae"-Schauspieler nach dem anderen trudelt ein. Da, Susanna Capurso alias Sabrina Scholz, die italienische Frau des Stotterers Hajo Scholz aus dem Haus Nummer drei. Frau Capurso schnappt sich den Komparsen. In Erwartung gro ausstaffierter Tanzszenen bt die Schauspielerin mit mir ein paar Walzerschritte ein. Eins-zwo-drei, eins-zwo-drei. Das muss sein. In 25 Jahren Fest- und Jubilums-Folgen der Lindenstrae" wurde schlielich immer getanzt. Ich wage es nicht, bermtig zu sein, deshalb funktioniert es ganz gut. Ich trete der zierlichen Frau wenigstens nicht auf die Fe. Von mir aus kann jetzt gedreht werden. Esther lacht sich schlapp ber meine Tanzknste. Na, warte!

Esther: Frau Capurso hat ganz offensichtlich ein Auge auf Markus geworfen. Ich verschwinde lieber in die Raucherecke und fange dort ein Gesprch mit Philipp Sperling an, der in Wirklichkeit Philipp Neubauer heit und eigentlich schon 2003 aus der Serie ausgestiegen ist. Ich habe das Gefhl, Philipp echt gut zu kennen. Schlielich war ich dabei, als er heimlich die Speichelprobe von Iffis zweitem Kind genommen hat, um dessen Vaterschaft zu klren. Die Konversation hat nur einen Haken: Philipp kennt mich nicht. Eines haben wir wenigstens gemeinsam: Wir wohnen beide in Berlin. Eine Durchsage unterbricht unseren Plausch. Die Komparserie soll sich wieder im Komparsenraum sammeln.

Ich empfehle mich dankbar und fhle mich irgendwie peinlich berhrt, als htte ich eine Grenze berschritten. Wieso beraube ich mich meiner Illusionen? Zerstre ich gerade meine Sonntagabende?

Markus: Die Regieassistentin ist im Anmarsch. Sie teilt uns Komparsen in zwei Gruppen ein. Ich bin in Gruppe eins, Esther in Gruppe zwei. Warum trennt man uns? Auch das noch: Ich soll vor einer Bhne fetzig" tanzen und jubeln. Worauf habe ich mich nur eingelassen? Das Tiramisu liegt mir schwer im Magen. Wir werden an die frische Luft gefhrt, es geht los. Es ist bald 23 Uhr. Wir spielen in einer besonders aufwndigen Lindenstraen"-Szene: das Schlussbild von Folge 1306, in der das verliebte Prchen Iffi Zenker und Klaus Beimer aus dem griechischen Restaurant strmt, mit einem Bhnen-Aufbau der Sportfreunde Stiller berrascht wird und anfngt zu tanzen. Die halbe Schauspieler-Crew der Lindenstrae" macht mit. Dj-vu! Schn.

Weniger schn ist, dass ich in der Serie keinen Monolog aufsage, sondern tanzen muss, und zwar fetzig. Ich kann mit dem Wort so viel anfangen wie mit den verbrannten Zimtsternen von Helga Beimer. Ich werde nervs, was genau hat die Regieassistentin zu mir gesagt?

Esther: Whrend Markus wilde Tnze auffhrt, muss ich vor dem Kino Astor" hin und her gehen. Dann soll ich berraschung spielen, neugierig der Bhne zustreben und zunchst ganz leichte Tanzbewegungen ausfhren. Ob ich mir diese Reihenfolge merken kann? Meine Schauspielerfahrung beschrnkt sich auf die Theater AG in der Schule, da war ich Teil einer genreprgenden Inszenierung von Der eingebildete Kranke". Schlimmes Lampenfieber breitet sich in mir aus bis mir auffllt: In meiner Nhe befindet sich keine einzige Kamera. Soll das ein Witz sein? Auerdem bertreiben es die anderen Laiendarsteller in meiner Gruppe mit ihrer gespielten berraschung. Wenigstens die Musik ist gut: Ich wollte dir nur mal eben sagen, dass du das Grte fr mich bist ". Sportfreunde Stiller, den Song mochte ich schon immer. Es regnet. Doch die Musik spielt ganz woanders.

Markus: Okay, das war schon ganz gut. Und noch mal bitte!", suselt Regisseur Wolfgang Frank unentwegt durch sein Megaphon. Fr mich ist vollkommen klar, dass man sich als Regisseur sui generis nicht allzu viele Freunde machen kann. Die routinierten Schauspieler, die das schon seit Jahren mitmachen, wirken zufrieden, wie ferngesteuert. Meine derzeitige Lieblingsschauspielerin Tanja Frehse alias Maria Stadler, die in der Serie gerade ihren Mann mit dem Schwager betrgt, lchelt mich an. Hilft alles nichts. Mir ist sehr, sehr kalt und unspontan zumute. Schon wieder dieser fetzige Song: Ich wollte dir "

Sptestens beim elften und hoffentlich letzten Take Lindenstrae, Szene 31" verfluche ich den Regisseur, der offenbar nie zufrieden ist. Aus zwei Stunden kaltem Tanzzirkus nach Mitternacht im Klner Nieselregen werden am Ende vielleicht zwei herrlich-beschwingte Minuten im Fernsehen. Ich bin erschpft. Was fr einen lockeren Passanten-Job macht Esther da eigentlich?

Esther: Htte ich doch nur bequeme Schuhe angezogen! Wird man mir die Schmerzen spter ansehen knnen? berrascht strze ich in Richtung Bhne, zu den Sportfreunden Stiller: Ich wollte dir nur mal eben sagen " Eine Mitkomparsin schttet sich aus vor Lachen. So kann ich nicht arbeiten!

Markus: Gefhlt dauert es ungefhr 60 Mal, bis diese Szene 31 im Kasten ist. Dabei fhren wir die gleichen Bewegungen immer wieder und wieder aus. Wir sollen das Spontane wiederholen an sich schon paradox. Mir fllt ein Satz aus der taz" ein: Die Lindenstrae" sei das Wort zum Sonntag" fr Sozialdemokraten. Das baut mich auf. Da muss man mal dabei sein. Und noch etwas. Irgendwo habe ich gelesen: Was immer jemand in der Lindenstrae" tut, falsch ist es sowieso. Schlielich kommt mir Sibylle Waury alias Tanja Schildknecht in den Sinn, die in der Lindenstrae" ihre Familie verlor. Der Vater erfror, die Mutter beging Selbstmord, die Schwester starb an Leukmie. Dann kam ein Job beim Begleitservice, Esoterik, Dr. Dressler und die Liebe zu einer Frau. Was soll mir noch passieren? Alles auf Anfang!

Esther: , dass du das Grte " Oh! Die Szene ist schon abgedreht? Fr die letzte Einstellung dieser Folge, es soll wohl eine Totale werden, bekommen wir Wunderkerzen in die Hnde gedrckt. Die Wunderkerzen beim Film sind 80 Zentimeter lang und dick wie ste. Ein erster Hinweis darauf, dass es wieder mal ein paar Takes dauern wird. Langsam macht sich Routine breit. Markus tritt von einem Bein auf das andere und sagt: Jetzt ein Glhwein, das wre herrlich." Ich stimme ihm zu. Auch Septembernchte knnen recht kalt sein. Die Ansage lautet nun: Komparsen, bitte mit Wunderkerzen durch die Luft rhren! Und freundliche Gesichter! Hall-lo!" Ich werde direkt hinter Momo positioniert. Was, wenn seine partiell bereits ergrauten Rastazpfe Feuer fangen? Dann ist es so weit: Ein Mann steuert mit einer Kamera auf Momo und damit auch auf mich zu. Ich versuche, mglichst unbeteiligt auszusehen. Als sei die Kamera gar nicht da. Mein Herz klopft mir bis zum Hals, Funken sprhen in die Nacht. Dies ist der Moment, in dem ich Fernsehgeschichte schreibe. So fhlt es sich also an. Leider habe ich keinen Kamin, auf dessen Sims ich den Bambi" abstellen kann.

Markus: Esther ist ganz blass. Wahrscheinlich, weil Alex Behrend, der schne Herzensbrecher aus dem Reisebro, in ihrer Nhe tanzt. Aber was findet diese Maria Stadler nur an ihrem Schwager?

Esther: Mein Brennstab erlischt. Es gibt eine Frau am Set, die eigens dafr zustndig ist, die Wunderkerzen zu entflammen. Geduldig kommt sie immer wieder zurck. In den Drehpausen strmen Maskenbildner auf die Schauspieler zu und verteilen Puder auf ihren Gesichtern. Langsam wird mir klar: Ich bin das Styropor dieser Dreharbeiten, die Luftblasenfolie nichts weiter als neutrale Fllmasse zwischen den zerbrechlichen Stars. Mist, jetzt habe ich meinen Einsatz verpasst. Markus rhrt schon wieder mit seiner Wunderkerze. Mir ist, als wrde er singen.

Markus: Das war's. Der Regisseur bedankt sich bei allen Mitwirkenden. Ich betrachte die Linden in der Lindenstrae". Es sind die einzigen schauspielernden Bume Deutschlands. Im Frhherbst reit man ihnen die Bltter ab, mitten im Winter wird man an ihre kahlen ste tausend knstliche Blten kleben. So sind sie unsterblich.

Esther: Meine 15 Minuten Ruhm sind vorbei. Alle applaudieren und klopfen einander auf die Schultern. Momo und Alex Behrend jubeln ber ein Fuballergebnis, das durchgesagt wird. Wir verabschieden uns von unserem Komparsenbetreuer Christos und taumeln gegen halb zwei Uhr nachts auf den Parkplatz. Mir fallen die Augen zu.


Ja, ich habe wirklich etwas gelernt: Der Klempner Jimmy Stadler sieht in Wirklichkeit extrem gut aus. Fantastische Frisur!

Markus: Schlaflos in Kln-Bocklemnd. Zu meinen 30 000 Minuten Lebenszeit vor der Glotze mit der Lindenstrae" sind 500 weitere dazu gekommen. Wir fahren zurck in die Stadt, der Dom, der Flu, alles wirkt unecht. Jetzt ein Ouzo beim Griechen.

Wenn Sie unsere beiden Autoren bei ihrer Recherche beobachten wollen, schalten Sie diesen Sonntag (12.12.) um 18.50 Uhr die ARD ein.

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