Mit Glck Ins Finale - Spanien Triumphiert Im Elfer-drama
Hamburg - Traurig und enttuscht trottete Xavi in der 87
. Minute vom Platz, er durfte nicht mehr weiterspielen. Die Auswechslung ihres zentralen Spielers, ihres Taktgebers war der letzte Beweis fr den migen Auftritt der Spanier. Drei Minuten vor Ende der regulren Spielzeit erkannte Spaniens Trainer Vicente del Bosque, dass sein Team im Halbfinale gegen Portugal mit spielerischen Mitteln wohl nicht zum Erfolg kommen wrde - und nahm Xavi vom Feld.
Doch auch mit der Brechstange wurde es nicht besser, beide Teams schossen in 120 Minuten kein Tor. Die Entscheidung ber den Finaleinzug musste im Elfmeterschieen fallen - und dort wurde Cesc Fbregas zum Helden. Der Offensivspieler verwandelte den finalen Schuss, Spanien siegte 4:2 (0:0, 0:0, 0:0) nach Elfmeterschieen. Zuvor waren die Portugiesen Joao Moutinho und Bruno Alves mit ihren Versuchen gescheitert.
Fbregas sagte: "Das Spiel war schwierig. Am Schluss hatte ich das Gefhl, es knnte klappen. Ich bin so voller Gefhle, ich wei gar nicht, was ich sagen soll. Ich bin superglcklich. Vielleicht ist Deutschland der Gegner im Endspiel."
Vor dem Anpfiff war gertselt worden, ob Fbregas berhaupt auflaufen wrde, oder doch Fernando Torres. Wem wrde del Bosque im Sturm den Vorzug geben? Der 61-Jhrige whlte keinen der beiden und setzte stattdessen auf Alvaro Negredo, zuvor im Turnier erst eine Minute lang eingesetzt.
Portugal zwingt Spanien zu langen Bllen
Die Aufstellung war berraschend, das Spiel war es ebenso: Spanien schaffte es nicht, die Partie zu kontrollieren. Portugal verstand es gut, den Ball auch ber lngere Phasen in den eigenen Reihen zu halten. Die sonst so hufig gesehene spanische Dominanz im Bereich Ballbesitz kam nicht zustande. Portugal attackierte frh und brachte den Gegner mit hohem luferischem Aufwand dazu, hin und wieder das Spiel mit langen Bllen zu erffnen. Eine Variante, von der man dachte, die Spanier kennen sie gar nicht.
So kam der Titelverteidiger im ersten Durchgang nur zu zwei nennenswerten Torchancen, die Schsse von Alvaro Arbeloa (9.) und Andrs Iniesta (29. Minute) gingen aber ber das Tor. berraschend auch, dass die Spanier nicht wie sonst frh attackierten, sondern den Portugiesen im Spielaufbau viel Freiraum lieen.
Die nutzten ihre Mglichkeiten jedoch nicht aus. Cristiano Ronaldo (31.) schoss einmal in Richtung Tor, der Ball ging vorbei. Ansonsten fiel der Superstar vor allem damit auf, anschlieend einen Eckball zu fordern, auch wenn keiner den Ball mehr berhrt hatte.
Auch Fbregas bringt keine Besserung
Acht Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, da sah auch del Bosque ein, dass die Idee mit Negredo keine allzu gute war. Spaniens Trainer wechselte den Strmer aus und brachte Fbregas. Besser wurde die Partie dadurch nicht.
Es gibt Fachleute, die erfreuen sich nach solchen Partien ber taktische Feinheiten, loben Laufwege und Defensivkonzepte. Fans hingegen nennen derartige Spiele oft einfach langweilig. Eigentlich war es eine Partie, wie gemacht fr Ronaldo. Irgendeine spektakulre Aktion hat der 27-Jhrige fast immer auf Lager. Doch Portugals Kapitn wurde nicht so richtig warm, in der 73. Minute schoss er einen Freisto aus zentraler Position ber das Tor, zehn Minuten machte er es bei einer hnlichen Situation auch nicht besser.
Ronaldo blieb der aufflligste Spieler der Schlussphase. In der letzten Minute hatte er bei einer Kontersituation den Siegtreffer auf dem Fu, schoss aber erneut neben das Tor. So blieb es nach 90 Minuten torlos.
Spanien in der Verlngerung strker
In der Verlngerung wurde die Partie offener, beide Teams drngten nach vorne, doch die nachlassenden Krfte sorgten vor allem bei den Portugiesen fr zahlreiche Fehlpsse. Den Spaniern hingegen war anzumerken, dass sie es auf keinem Fall zu einer Entscheidung in der Lotterie Elfmeterschieen ankommen lassen wollten.
Es war dann Iniesta, der in der 104. Minute die bisher grte Chance der Partie hatte. Nach einer Hereingabe von Jordi Alba scheiterte der Mittelfeldspieler aber aus kurzer Distanz an Portugals Torwart Rui Patricio. Spanien drngte weiter auf den Siegtreffer, doch auch der eingewechselte Jesus Navas (111.) konnte Patricio nicht berwinden. Nachdem auch Pedro (114.) bei einem Konter zu schnell das Tempo verlor und so nicht zum Abschluss kam, musste die Entscheidung im Elfmeterschieen fallen. Dort wurde Fbregas zum Held.
Spanien fehlt damit nur noch ein Sieg, um als erstes Team den EM-Titel zu verteidigen. Im Endspiel am Sonntag trifft die Mannschaft auf Deutschland oder Italien, die am Donnerstag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) im zweiten Halbfinale gegeneinander spielen.
Portugal - Spanien 2:4 (0:0, 0:0, 0:0) n.E.
Xabi Alonso verschiet
Moutinho verschiet
0:1 Iniesta
1:1 Pepe
1:2 Piqu
2:2 Nani
2:3 Sergio Ramos
Bruno Alves verschiet
2:4 Fabregas
Portugal: Rui Patricio - Joao Pereira, Pepe, Bruno Alves, Fabio Coentrao - Veloso (106. Custodio) - Meireles (113. Varela), Moutinho - Nani, Cristiano Ronaldo - Hugo Almeida (81. N. Oliveira)
Spanien: Casillas - Arbeloa, Piqu, Sergio Ramos, Alba - Busquets - Xavi (87. Pedro), Xabi Alonso - Dav. Silva (60. Jesus Navas), Iniesta - Negredo (54. Fabregas)
Schiedsrichter: Cneyt Cakir (Trkei)
Zuschauer: 48.000
Gelbe Karten: Joao Pereira, Pepe, Bruno Alves, Fabio Coentrao, Veloso - Arbeloa, Sergio Ramos, Busquets, Xabi Alonso
by: Shasta Bosold
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