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Als ich an der Reihe bin, sieht Ketut auf meinem Rcken eine imaginre Lotusblume, die groes Glck bedeutet. Und auch aus meinen Handlinien liest er nur das Beste: guter Job, viel Geld, langes Leben. Er verlangt 40 Euro von mir und steckt das Geld hinter den Hausaltar. Eine Quittung gibt es diesmal anders als bei Wayan nicht.
Trotz meiner rosaroten Zukunft interessiert mich nun wirklich, was er der verzweifelten Frau aus Sdafrika erzhlt. Schlielich hatte sie ja, anders als ich, eine konkrete Frage und alles vorher waren nur unkonkrete Komplimente und Vorhersagen. Ich setze mich vor Ketuts Haus auf den Boden. Hier werden die Touristinnen kleinbusweise angeliefert. Als die Sdafrikanerin endlich zurckkommt, strahlt sie ber das ganze Gesicht und schreit: "Ich werde zwei Ehen haben! Eine kurze unglckliche und eine lange glckliche und da ich mich am Ende meiner ersten Ehe befinde, kann die Zukunft nur besser werden." Ich freue mich fr sie und noch mehr freut sich wahrscheinlich Ketut. Der weise Mann, der in Gilberts Buch immer ber sein leeres Bankkonto sthnt ("I am very empty in my bank"), hat definitiv ausgesorgt. Lngst sind Reiseveranstalter auf den "Eat, Pray, Love"-Zug gesprungen: Es gibt Pauschalreisen auf den Spuren Gilberts oder auch Tagesausflge zu den Filmsttten Heiler- und Wahrsagerbesuche inklusive. Der Glckstourismus ist gut organisiert
Und ich? Geheilt in Ubud, das wre zu schn. Schlielich heit "Ubud" bersetzt "Medizin". Medizin ist dieser Ort tatschlich, allerdings auf andere Art und Weise als im Buch beschrieben. Auch wenn es wie ein Klischee aus der Bali-Werbung klingt: Die Einwohner der Insel sind tatschlich immer freundlich zu allem und jedem. Schlielich bringt jede gute Tat ihnen auch Karmapunkte. Das fhrt dazu, dass man dauernd von lchelnden Menschen umgeben ist. Und diese anhaltende Freundlichkeit ist es, durch die man die eigentliche Heilung auf dieser Insel erfhrt. Und ich? Geheilt in Ubud, das wre zu schn. Schlielich heit "Ubud" bersetzt "Medizin". Medizin ist dieser Ort tatschlich, allerdings auf andere Art und Weise als im Buch beschrieben. Auch wenn es wie ein Klischee aus der Bali-Werbung klingt: Die Einwohner der Insel sind tatschlich immer freundlich zu allem und jedem. Schlielich bringt jede gute Tat ihnen auch Karmapunkte. Das fhrt dazu, dass man dauernd von lchelnden Menschen umgeben ist. Und diese anhaltende Freundlichkeit ist es, durch die man die eigentliche Heilung auf dieser Insel erfhrt.