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subject: Drygallas Npd-freund Feuerte Ruderin In London An [print this page]


Wie die Wochenzeitung Die Zeit am Freitag im Internet berichtet, hielt sich Michael Fischer in den vergangenen Tagen offenbar bei den Olympischen Spielen in London auf. Zumindest fand das Blatt auf Facebook ein Bild des Freundes von Nadja Drygalla, wie er lchelnd an der Themse vor der London-Bridge mit den Olympischen Ringen steht. Der harmlose Touristenschnappschuss wurde wie mehrere ihm zugeordnete Facebook-Eintrge mittlerweile wieder gelscht.

Demnach soll sich Fischer, der 2011 bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern fr die rechtsextreme NPD kandidierte, als Neonazi-Monster bezeichnet haben, der mit einer Kamera, seiner gefhrlichsten Waffe, durch die Olympia-Stadt toure. In einem anderen Beitrag erfreut sich Fischer nach Angaben der Zeit der Vlkerverstndigung. Sitze neben Schwarzen und Pakis in der Bahn und helfe Schweizern im Hotel, wird er zitiert. Fischer war frher selbst Leistungssportler, startete 2006 bei der Ruder-WM der Junioren im Achter.

Rechtsextreme Kameradschaft mit verfestigtem Weltbild

Fischer gilt als fhrender Anhnger der militanten Kameradschaft Nationale Sozialisten Rostock. Die Organisation ist eine von 16 rechtsextremen Kameradschaften, die der Verfassungsschutz Mecklenburg-Vorpommerns in seinem Jahresbericht 2010 auflistet. Darin heit es, die NSR prge die Aktivitten der Neonazi-Szene in der Region mageblich und zhle sich selbst offenbar zum Kreis der autonomen Nationalisten. Die Texte auf der Internet-Seite der NSR lieen auf eine verfestigte neonazistische Ausrichtung der Mitglieder schlieen.

Die anonymen Verfasser der Internet-Seite betonen, sie wrden keinen Wert auf reine Mitlufer der rechten Szene legen, sondern suchten Anhnger, die ihre berzeugung tatkrftig zum Ausdruck zu bringen bereit sind. Der Internet-Auftritt bietet Links zu Seiten, die von dem Schweriner NPD-Landtagsabgeordneten David Petereit verantwortet werden. Fischer gilt als Vertrauter Petereits.

Nach Einschtzung eines Mitarbeiters der Regionalzentren fr Demokratie und Toleranz, die im Auftrag des Landes Hilfe bei Problemen mit Rechtsextremismus anbieten, umfassen die NSR einen harten Kern von 20 bis 50 Mitgliedern und fungieren mit ihrem aggressiven Auftreten als Vorbild fr andere Kameradschaften im Land. Unter anderem htten die NSR im vergangenen Februar versucht, eine Gedenkveranstaltung fr das Rostocker Mordopfer der Neonazizelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) zu stren.

Nach intensiven Gesprchen Ausscheiden aus Polizeidienst

Das Innenministerium in Mecklenburg-Vorpommern besttigte indes, dass Drygalla bereits Ende September vergangenen Jahres freiwillig aus dem Polizeidienst ausgetreten war. Nachdem im Jahr 2011 dem Innenministerium bekanntwurde, dass auch Personen zum Bekanntenkreis von Nadja Drygalla gehren, die der offen agierenden rechtsextremistischen Szene zugehrig sind, wurden mit ihr intensive Personalgesprche gefhrt, die dazu fhrten, dass Nadja Drygalla einen Antrag auf Entlassung stellte, welchem mit Wirkung vom 30.09.2011 stattgegeben wurde, hie es in einer Mitteilung des Ministeriums.

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) sieht die Schuld bei Sportfunktionren und verbnden. Es ist schon sehr rgerlich, dass dieser Fall jetzt einen Schatten auf die Olympischen Spiele wirft. Es hat schon 2011 sehr intensive Gesprche mit ihr gegeben, in die auch der Landessportbund und ihr Verein einbezogen waren. Fr die Entsendung der olympischen Teilnehmer ist das Innenministerium aber nicht verantwortlich, sondern die jeweiligen Sportverbnde, sagte er der Bild-Zeitung vom Samstag.

Der Fall Drygalla wird auch den Bundestags-Sportausschuss beschftigen. Die Ausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag sagte, dass bei der Sitzung am 26. September im Rahmen der Nachbetrachtung der Olympischen Spiele in London auch ber dieses Thema gesprochen werde. Ich bin schon sehr erstaunt, dass die Spitzenverbnde in diesem Fall DOSB und DRV nichts gewusst haben, meinte Freitag. Die SPD-Politikerin betonte allerdings, dass dies nur eine Teilbewertung sei und sie nicht im Namen des gesamten Ausschusses spreche.

Drygalla selbst hat sich ffentlich bislang nicht zu den Hintergrnden ihrer Abreise geuert. Die 23 Jahre alte Rostockerin war Mitglied des deutschen Frauen-Achters, der in London im Hoffnungslauf ausschied.

by: Shasta Bosold




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