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subject: Zen In Midtown [print this page]


Street Photography in New York gehrt zu den Achttausendern in der Fotografie, irgendwann muss man sich ihr einfach stellen antwortet Paul Graham auf die Frage, warum er sich nun ausgerechnet die Straen von Manhattan ausgesucht hat.

Mit seiner aktuellen Serie The Present, die bei carlier | gebauer zu sehen ist, hat der Fotograf nun seinen Mount Everest

bezwungen. Bekannt wurde der Brite in den 80er-Jahren mit Farbfotografien aus den trostlosen Warterumen englischer

Sozialmter. Heute ist Paul Graham ein Star der Szene, und gerade wurde ihm der Hasselblad Award verliehen, die weltweit

bedeutendste Auszeichnung fr Fotografie.

Fr The Present nahm Graham in drei Jahren etwa 45.000 Fotos mit seiner digitalen Mittelformatkamera auf. Einen Bruchteil

davon whlte er fr seine farbigen Diptychen aus. Betrachtet man die groformatigen Bilderpaare aus dem Straentreiben von

Manhattan bei carlier| gebauer passenderweise sehr niedrig gehngt merkt man rasch, wie klug diese konzeptuelle

Entscheidung Grahams war. In ihrem Davor und Danach wenden sich seine Bilder gegen den entscheidenden Augenblick (Henri

Cartier-Bresson) der klassischen Street Photography und positionieren sich zwischen Foto und Film, ohne sich dem Diktat einer

Erzhlung auszuliefern. Stattdessen machen sie das Vergehen der Zeit sprbar, die zwischen einer Aufnahme und der nchsten

liegt. In manchen Fllen ist das nur ein Atemzug. Im einzigen Triptychon der Reihe zieht ein Mann gedankenverloren an seiner

Zigarette, ein Yellow Cab fhrt vorbei, dann sieht man ihn den Rauch wieder ausatmen Grahams Moment of Zen in Midtown

trgt den Titel 51st Street, 18th June 2010. In einigen Diptychen geht es um formale Spiegelungen, andere spielen subtile

Pointen aus, so in Park Avenue, 26th May 2010, in dem eine Frau beim berqueren einer Kreuzung eine Banane isst, whrend sich

wenige Schritte dahinter ein Blinder mit seinem Stock durch die Menge tastet ein Hauch von Slapstick liegt in der Luft. In

Fulton Street, 11th November 2009, einem anderen Momente-Paar, ereignet sich ein Mini-Drama: Eine Passantin stolpert und

fllt auf den Gehsteig. Bei Bill Viola oder Jeff Wall, an die solche Tableaus erinnern, wre das groe Oper, bei Paul Graham

geschieht es so wunderbar beilufig, dass man schon genau hinsehen muss.

Graham bekennt sich zu einer Street Photography, die sich weder fr Inszenierung noch fr Bildbearbeitung, sondern allein fr

den Fluss des Lebens interessiert. Das sei zwar fast altmodisch, aber immer noch ungeheuer kraftvoll, meint Graham. Im

Fall dieses Ausnahmefotografen ist dem nichts hinzuzufgen.Die Arbeiten kosten zwischen 42.000 und 96.000 US-Dollar.

Fr The Present nahm Graham in drei Jahren etwa 45.000 Fotos mit seiner digitalen Mittelformatkamera auf. Einen Bruchteil

davon whlte er fr seine farbigen Diptychen aus. Betrachtet man die groformatigen Bilderpaare aus dem Straentreiben von

Manhattan bei carlier| gebauer passenderweise sehr niedrig gehngt merkt man rasch, wie klug diese konzeptuelle

Entscheidung Grahams war.

by: aarenbrowns




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